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Immobilienfonds müssen anlegerfreundlicher werden

17 März 2014 65 views Keine Kommentare

Immobilienfonds(Berlin, den 17.03.2014) Die Fondsbranche atmet auf – die Krise rund um die offenen Immobilienfonds scheint ausgestanden zu sein. Dieses Urteil fällten zumindest jüngst die Fachleute des „FundResearch“ in München. Laut Angaben des BVI (Bundesfachverband der Immobilienverwalter e.V.) verzeichneten die offenen Immobilienfonds im vergangenen Jahr wieder merkliche Zuflüsse in Höhe von ca. 300 Millionen Euro. Die einschlägigen Änderungen des in 2013 effektuierten Kapitalanlagegesetzbuches (KAGB) bestimmen nun verbindliche Kapitalbindungszeiten und Kündigungsfristen, um Zahlungsschwierigkeiten einzelner Fonds (wie in der Vergangenheit aufgetreten) durch den massenhaften Anteilverkauf in kurzer Zeit zu verhindern. So binden die neuen Regeln beispielsweise Fondsanteilsinhaber mindestens 2 Jahre an ihre Investition. Das Regelwerk dient letztlich der Stabilität und der erfolgsorientierten Anlagestrategie offener Immobilienfonds, dessen Manager die eingesetzten Kapitalmittel nun besser investieren können. Offene Immobilienfonds können nun wieder das sein, wofür sie eigentlich gedacht waren – nämlich eine attraktive und risikoreduzierte Anlagealternative, besonders in Zeiten niedriger Guthabenzinsen.

4 große Anbieter bestimmen den Markt

Der Markt für offene Immobilienfonds wird durch die Abwicklung vieler Angebote in der Vergangenheit nun in der Hauptsache durch die 4 großen Anbieter Deka, Union Investment, Commerz Real und Deutsche Asset & Wealth Management kontrolliert. Diese Gesellschaften verwalten zurzeit etwa 17 Milliarden Euro Anlagevermögen. Der größte Einzelfonds ist dabei der hausInvest der Commerz Real Investment GmbH mit allein ca. 9,4 Milliarden Euro. Die Performance kann sich dabei sehen lassen: In den letzten ca. 10 Jahren erzielte der hausInvest Fonds ein Plus von etwa 40 Prozent – prinzipiell also eine gute Anlagealternative zu niedrigverzinsten Spareinlagen. Etwas abgeschlagen dahinter rangiert der Deka Immobilien Global mit einem verwalteten Fondsvermögen von derzeit ca. 3,4 Milliarden Euro – dieser hat in den letzten 10 Jahren ein Renditeplus von ca. 43 % erwirtschaftet. Bei der Deka werden Fondszuflüsse über eine Kontingentpolitik mit den Sparkassen gesteuert, damit sinnvolle Investitionen möglich bleiben – in dieser Form sicherlich einzigartig in Deutschland. Der drittgrößte Fonds in diesem Bereich ist der Grundbesitz Global der Deutschen Asset & Wealth Management mit ca. 2,3 Milliarden Euro verwaltetem Fondsvermögen. Bei der Rendite über die letzten 10 Jahre liegt er nur in etwa gleichauf mit den anderen beiden schon genannten – der Grundbesitz Global konnte mit ca. 45 % noch ein klein wenig mehr erwirtschaften. Schließlich die Nummer 4: Der UniImmo: Global der Union Investment Kapitalanlagegesellschaft mit ca. 1,8 Milliarden Euro verwaltetem Fondsvermögen. Hier wurde auf Sicht der letzten 10 Jahre allerdings nur eine Rendite von ca. 35 % erwirtschaftet (Auflage des Fonds war im April 2004).

Immobilienfonds müssen anlegerfreundlicher werden

Um Anleger künftig besser zu schützen, hat die Bundesregierung einige Richtlinien verabschiedet, welche die Fondsgeschäfte besser und transparenter machen sollen. Es wird allerdings auch unterteilt: So können „Altanleger“ jederzeit Anteile an die Fondsgesellschaft zurückgeben – jedoch begrenzt bis zu einer Höchstsumme von 30.000 Euro je Halbjahr. Neuanleger können dies jedoch nicht. Wer heute neu in offene Immobilienfonds investiert, muss seine erworbenen Anteile mindestens 2 Jahre halten und die Fondsgesellschaften dürften auch nur noch 4 mal je Jahr Anteile ausgeben. Dies soll die Investitionssicherheit und damit die Anlagesicherheit erhöhen. Der BVI sieht diese Regelungen jedoch eher kritisch, so sei beispielsweise bei einer so langen Haltedauer und einem einmal jährlichen Termin für die Veräußerung von Anteilen kein Auszahlplan für Anleger möglich, die z. B. ihre monatliche Rente aufbessern möchten. Auch die unterschiedliche Behandlung von Alt- und Neuanlegern sieht der BVI eher kritisch. Die Einführung neuer Immobilienfonds bleibt auch weiterhin möglich, allerdings sind die Fonds künftig immer der Kontrolle durch die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) unterworfen, was die Anlegersicherheit weiter steigern soll. So darf der Immobilienfonds erst am Markt angeboten werden, wenn die BaFin der Einführung schriftlich zugestimmt hat. Diese Schritte sind sicherlich Schritte auf dem richtigen Weg, um offene Immobilienfonds wieder „salonfähig“ zu machen. Trotz der vergangenen Krise und der ganz eigenen Anlagestrategie stellen diese in Zukunft also wieder eine interessante Anlagealternative zur Portfoliodiversifikation geeigneter Anlegertypen dar. Bevor allerdings blindlings investiert wird, sollte sich jeder Interessant ausgiebig informieren – ggf. unter Zuhilfenahme eines entsprechenden Anlageexperten.

Bild© Serg Nvns – Fotolia.com

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