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Langfrist-Aussichten: Europa wird Schuldenkrise gestärkt überstehen

11 März 2014 18 views Keine Kommentare

Euro(Berlin, den 11.03.2014) Die noch immer nicht ausgestandene Schuldenkrise in Europa hat die Optimisten und die Pessimisten noch weiter von einander entfernt als je zuvor. Viele sehen bereits eine gesamteuropäische Krise mit wirtschaftlichem Abschwung und viele Jahre dauerhafte Rezession mit entsprechender Arbeitslosigkeit und zunehmender Bedürftigkeit vieler Bevölkerungsteile. Ein Blick nach Südeuropa wie beispielsweise nach Griechenland oder Spanien verheißt auch nichts Gutes: Hohe Arbeitslosenzahlen auch bei Jugendlichen und viele Menschen, die unterhalb der Armutsgrenze leben. Doch viele Experten sind der Ansicht, dass Europa gerade beginnt, sich neu zu festigen und so den Grundstein für neue Wachstumsschübe schafft: Der „Trendreport 2014 – die positiven Überraschungen unserer Zukunft“ heißt eine Veröffentlichung von Wirtschaftsfachleuten, die in einer Perspektive aus dem Jahr 2030 heraus auf die Vergangenheit Europas blicken. Nach diesem Report steht Europa in 2030 gesamtwirtschaftlich stärker als jemals zuvor da – Reformen, viel Engagement und entsprechende, innovative Veränderungen in den Gemeinschaftsländern haben die wirtschaftliche Entwicklung wieder auf den rechten Weg gebracht. Ein „Mittelmeerbund“ wurde gegründet, um die krisengebeutelten Länder in Südeuropa wieder zu neuen Märkten zu führen: Nach Afrika, welches nun eine enorm starkes Wirtschaftswachstum verzeichnet. Da Südeuropa direkt an den nordafrikanischen Ländern Tunesien, Libyen und Ägypten liegt, liegt das neue Wirtschaftszentrum nun im Süden.

Szenario: USA und China verlieren an Wirtschaftsmacht

Die Autoren des Trendreports halten es durchaus für möglich, dass die heutigen Weltwirtschaftsmächte China und USA sich in innerpolitischen Zerfallsvorgängen selbst schwächen. So herrschen in China nach diesem Szenario bürgerkriegsähnliche Zustände und nicht kontrollierbare, politische Zustände. Prinzipiell sehen die Autoren auch aus historischen Erfahrungen heraus nur die Möglichkeit zu einem Neuaufbau nach einer erlebten Krise. Die einzuleitenden Änderungen und wirtschaftlichen Innovationen bedingen einen Wiederaufstieg zu alter Stärke, wobei durchaus andere Wirtschaftssysteme im gleichen Zeitraum ihre Krise durchlaufen könnten. Europa würde so als neue, primäre Wirtschaftsmacht dastehen. Es ist ja bereits begonnen: Die maßgeblichen Vertreter verhandeln bereits über verbindliche Bankenrichtlinien und die Maßregelung von Verschuldung und Rettungspaketen. Das Szenario aus dem Trendreport scheint daher nicht so weit hergeholt, dass es nicht möglich wäre. Was die Krisen der Wirtschaftsmächte China und USA angeht, so kann dies aus jetziger Sicht natürlich so nicht vorhergesagt werden. Doch soll der Trendreport auch psychologische Stärke generieren und verdeutlichen, dass kein Staat dieser Erde vor möglichen, tiefgreifenden Wirtschaftsproblemen sicher ist.

Wirtschaftskrise als Chance begreifen

Die Krise sollte von den Europäern als Chance begriffen werden. Erste Fortschritte in den besonders betroffenen Ländern sich durch die ergriffenen Maßnahmen bereits sichtbar: So hat sich Irland durch die Finanzhilfen bereits aus dem Rettungsschirm verabschieden können und auch in Griechenland sind bereits erste, wirtschaftliche Fortschritte zu erkennen. Namhafte Investoren legen ihr Geld mittlerweile wieder in der Annahme einer wirtschaftlichen Gesundung an. Die wirtschaftliche Krise besonders in Südeuropa ermöglichte eine neue und bessere Abstimmung der Prozesse zwischen und innerhalb der einzelnen Mitgliedsstaaten der Wirtschaftsunion, um so gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Die Autoren legen dar, dass Europa den größten Binnenmarkt der Welt besitzt – zumindest bezogen auf die potenzielle Wirtschaftskraft. Eine der zurzeit in wirtschaftlicher Hinsicht am wenigsten beachtete Region der Welt – Afrika – wird sich durch die rasante Bevölkerungszunahme ebenfalls weiterentwickeln müssen. Somit sind zwei große und wirtschaftliche bedeutende Regionen – Europa und Afrika – Nachbarn und möglicher Wachstumsmotor für die Weltwirtschaft im Jahre 2030. Die Menschen in beiden Erdteilen werden sich nach und nach auf die veränderten Bedingungen einstellen und Mittel und Wege zur Lösung der Krisenstimmung finden. Die europäische Wirtschaftskraft ist vorhanden und existiert nicht nur auf Papieren – doch ohne den klaren Willen zu Reformen und zu effektiven Veränderungen wird sich realwirtschaftlich nur wenig ändern. Dieser Prozess ist jedoch nicht in wenigen Monaten oder Jahren abgeschlossen – er benötigt Zeit und Maßnahmenpakete, die eine Veränderung bewirken können. Europa ist aber auf dem richtigen Weg.

Bild© alexmillos – Fotolia.com

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