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Neue Chancen für offene Immobilienfonds

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Business accounting(Berlin, den 05.05.2014) Offene Immobilienfonds haben eine harte Zeit hinter sich: Nachdem einige Fonds vom Handel ausgesetzt werden mussten, weil eine Liquidation aufgrund zu vieler Verkaufsaufträge durch Anleger nicht möglich war, wichen viele Investoren dieser Anlageform aus. Die Lage hat sich mittlerweile beruhigt und von Seiten des Bundesgerichtshofes (BGH) kommt nun zusätzlich ein neues Grundsatzurteil zu Hilfe. Zukünftig müssen Kreditinstitute bei der Kundenberatung zu offenen Immobilienfonds besser aufklären. In jüngster Vergangenheit gab es bereits mehrere Gerichtsverhandlungen bezüglich solcher Beratungsverfehlungen. Die Commerzbank wurde im vorliegenden Fall zu 22.000 Euro Schadenersatz verurteilt, weil sie ihrer Aufklärungsverpflichtung nicht vollständig nachgekommen sei. Konkret hat die Bank bei diesem Fall versäumt, der Kundin zu erklären, dass eine jederzeitige Rücknahme der Anteile durch den Emittenten nicht gewährleistet ist. Nach Auffassung der Richter sei dieses Risiko aber unbedingt zu erwähnen, damit der Anleger wisse, welche Risiken auf ihn zukommen. Nach den vielen Problemen mit offenen Immobilienfonds scheint sich die Lage allerdings nun langsam wieder zu beruhigen, denn inzwischen ist eine vermehrte Rückkehr von Anlegern in dieses Anlagesegment zu beobachten.

Offene Immobilienfonds sind eine chancenreiche Anlagediversifikation

Da sowohl bei Anlegeraufklärung als auch bei der Fondsstruktur selbst (z. B. durch die Gesetzesänderung in punkto Anlagedauer, denn hier wurde eine Mindest-Haltefrist von 2 Jahren festgelegt) Verbesserungen Einfluss gefunden haben, können sich Interessenten wieder auf die Chancen einer Kapitalanlage in offene Immobilienfonds konzentrieren. Offene Immobilienfonds gelten gemeinhin als risikoaverse und inflationsresistente Anlageform und eignen sich so ideal zur Diversifikation in einem Gesamtanlageportfolio. Es sollte allerdings bedacht werden, dass die Investition in Immobilien grundsätzlich einen langfristigen Anlagecharakter haben – zur kurzfristigen und spekulativen Anlage sind sie also eher nicht geeignet. Zu beobachten ist derzeit, dass wieder viele Mittelzuflüsse in die einstigen Anlagelieblinge fließen – derzeit sogar soviel, dass die Fondsmanager einige Probleme haben könnten, diese einkommende Liquidität kurzfristig sinnvoll zu investieren. Der Anlagedruck ist daher momentan enorm und viele Fachleute erwarten nicht, dass dies in allernächster Zeit prägnant anders wird. Wie schwer die Liquidität gerade angesichts des derzeitigen Zinsumfelds investierbar ist, schätzen sogar Fachleute eher unterschiedlich ein. Fest steht, dass aufgrund der angespannten Finanzmarktlage und der niedrigen Zinsen für andere Anlageformen die offenen Immobilienfonds wieder als sehr attraktiv und risikoarm gelten. Diese Vorzeichen haben viele Anleger erkannt.

Fondsgesellschaften geben sich optimistisch

Nach Angaben der Fondsmanagements selbst bestehen bei zwei der wichtigsten Immobilienfonds in Deutschland allerdings noch moderate Liquiditätsquoten, die nach eigener Einschätzung auch nicht sehr problematisch seien. So weist das Handelsblatt eine Liquiditätsquote von ca. 33 Prozent beim Uni-Immo Deutschland und von ca. 15 Prozent beim Hausinvest Europa von Commerz Real auf. Weitere Quoten großer Immobilienfonds bewegen sich bei etwa 20 Prozent. Aktuell sind für Anteile offener Immobilienfonds Aufschläge um die 5 % zu zahlen. Die aktuellen Renditen bewegen sich so um die 2,5 Prozentmarke p.a. Damit müssen Anleger bereits die gesetzlich vorgeschriebene Mindesthaltedauer von 2 Jahren meistern, damit überhaupt eine Rendite stattfinden kann. Der Vorteil dabei ist, dass die zugrundeliegenden Immobilieninvestments weitgehend unabhängig von Inflationseinwirkung oder Kapitalmarktschwächen sind und somit ein Anlageportfolio auch nachhaltig absichern können. Zudem wird durch den Erwerb von Immobilienfondsanteilen nicht nur in eine Immobilie investiert, sondern das Investment wird auf mehrere Immobilien verteilt, was das Risiko zusätzlich mindert. Hinzu kommt die fachmännische und marktaktuelle Betreuung durch ein erfahrenes Fondsmanagement – das kann kein Einzelinvestment (z. B. in ein eigenes Wohnobjekt für die Vermietung) leisten.

Fazit

Offene Immobilienfonds sind nach langem Hin und Her und einigen Problemen mit dem Anteilsrückkauf und bei der risikogerechten Beratung wieder auf dem verdienten Weg zur Gunst des Anlegers. Probleme, die in der Vergangenheit auftraten sind durch entsprechende Regelungen – auch von Seiten des Gesetzgebers – zukünftig eher nicht mehr zu erwarten. Der Kauf von Anteilen offener Immobilienfonds stellt somit eine gute Diversifikationsmöglichkeit zur Risikoabsicherung eines Anlageportfolios im Rahmen einer ganzheitlichen Vermögensstrategie dar. Dabei sollte der Anleger darauf achten, dass solche Investments unbedingt als langfristig eingestuft werden sollten.

Bild© vizafoto – Fotolia.com

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